Das Außenlager Helmbrechts

Im August 1944 wurde das aus Holzbaracken bestehende Lager teilweise bezugsfähig. Es war ausschließlich für weibliche Häftlinge bestimmt und wurde als ursprüngliches Außenlager des KZ Ravensbrück kurz nach der ersten Belegung dem KZ Flossenbürg unterstellt. Bereits am 19.7.1944 waren die ersten179 Häftlinge in Helmbrechts eingetroffen, die mit den Aufseherinnen und männlichen Wachposten zunächst in den Werkhallen des Textilunternehmens Witt untergebracht wurden, wo die Kabel- und Metallwerke Neumeyer aus Nürnberg für die Rüstung produzierten.
Das Lager bestand aus insgesamt elf Holzbaracken. Um den gesamten Lagerkomplex führte ein zwei Meter hoher Stacheldrahtzaun sowie weiter außen ein einfacher Zaun, der Schilder mit der Aufschrift trug "Gefahrenzone" und Tafeln mit dem Hinweis „Sperrgebiet - es wird ohne Anruf geschossen". 
Die Wachmannschaft im Lager bestand aus männlichen Wachposten und weiblichen Aufseherinnen, die der SS angehörten. Sietrugen keine Schusswaffen wie die männlichen Posten, sondern Gummiknüppel, Peitschen und Stöcke.
Zu den 179 Häftlingen kamen bis zum 19.1.1945 in vier Transporten noch etwa 500 aus Ravensbrück hinzu. Diese Mädchen und Frauen bekamen während des Transports kein Essen, so dass viele von ihnen an Hunger und Kälte erkrankten. Von den nunmehr 670-680 Insassen stammten viele sog."Schutzhäftlinge" aus Polen, Russland und dem "Protektorat Böhmen Mähren", einige aus Frankreich und den Niederlanden sowie 25 aus Deutschland. Alle waren ohne Gerichtsurteile aufgrund von Delikten wie Umgang mit Kriegsgefangenen oder ausländischen Arbeitern, Sabotage, Führerbeleidigung oder Judenbegünstigung inhaftiert worden.
Am 6.3.1945 trafen 621 weibliche jüdische Häftlinge ein. Sie waren gegen Ende Januar 1945 aus dem AußenlagerGrünberg in Schlesien abmarschiert und mussten den ganzen Weg bis Helmbrechts zu Fuß zurücklegen. Ein Teil dieses Häftlingszuges hatte ursprünglich aus rund 1.000 Personenbestanden, die in den Konzentrationslagern Auschwitz, Schlesiersee und Grünberg schwerste körperliche Arbeit verrichten mussten. Auf den langen Märschen starben viele Häftlinge, viele wurden erschossen. Die in Helmbrechts ankommenden waren alle unterernährt und hatten Erfrierungen. Fast alle litten an Darmerkrankung, besonders an Ruhr.
Vom Tag ihrer Ankunft bis zur Räumung des Lagers starben in Helmbrechts 40-50 jüdische Frauen. Kurz vor Eintreffen der US-Truppen begann am 13.4.1945 der grauenvolle Evakuierungsmarsch der Häftlinge, von denen vorher noch einige im Lager gestorben und dort verscharrt worden waren. Auf dem mitgeführten LKW deslangen Zuges lagen am ersten Tag 60 Gehunfähige und Kranke der insgesamt 1.175 Häftlinge. Den Zug begleiteten etwa 15 mit Gewehren bewaffnete SS-Männer und 12 SS-Frauen, die mit Stöcken und Peitschen ausgestattet waren. Nach Aussagen der Wachposten sollten unterwegs gehunfähige Häftlinge soforterschossen werden. Jegliche Kontaktaufnahme mit Zivilpersonen an Straßenrändern war verboten. Wer den Häftlingen Nahrungsmittel zukommen lassen wollte, wurde mit Gewalt daran gehindert oder zum Mitmarschieren gezwungen. Von Haide aus bewegte sich der Zug über Meierhof Richtung Ahornberg. In Schwarzenbach a.d. Saale, dem ersten Tagesziel, wurde dem Kommandanten gemeldet, dass auf der ganzen Strecke zehn Häftlinge "auf der Flucht erschossen" wurden.
Auf diesem Todesmarsch, der über Franzensbad, Marienbad, Plan und Taus führte und in den ersten Maitagen im tschechischen Volary (Wallern) endete, starben mindestens 129 Häftlinge an Erschöpfung und Krankheiten, 49 Frauen und Mädchen wurden vom Bewachungspersonal ermordet.

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